Kufenkunst

Kreative Kufen: Schlittschuhspuren auf dem verschneiten Rheinauenweiher

RHEINAUE. Im Jahr 1979  fand die Bundesgartenschau in Bonn statt. Die ehemaligen Felder und Obstgärten zwischen Bonn und Plittersdorf wurden in eine Parklandschaft umgewandelt. Damals empfand ich das – wie nahezu alle meine Kommilitonen – als einen Verlust. „Natürliche“ Flächen waren – mal wieder – in eine künstliche Zone umgewandelt worden. Dass es auch einen Skandal gab (giftiger Bauschutt wurde verwendet) bestärkte nur unsere tief sitzende Skepsis. Inzwischen – seit über zehn Jahren bin ich Vater zweier Kinder – hat sich dieses Urteil ins Gegenteil gewendet.

Ein Park für die Hauptstadt: Regierungsviertel mit Rheinaue im Bau (Postkarte um 1977)

Der Rheinauenpark ist für unsere Familie eines der Lieblingsausflugsziele. Und ich habe so nebenbei die konzeptionelle Qualität der Gartenarchitektur entdeckt. Die topografische Einbettung zwischen Stadt und Siebengegebirge, die die neue Kunst- und die historische Rheinlandschaft auch für den Parkbesucher optisch ineinander verschwimmen lässt, ist ein Meisterstück und wohl nur mit der barocken Umgestaltung der Stadt vergleichbar, als Stadt und Land ihr Verhältnis schon einmal neu definierten und auf diese Weise auch neue Perspektiven und Panoramen geschaffen wurden. Was ich ebenfalls gerne herausfinden würde: ob die multisaisonale Funktionalität des Parks – der die größte Rodelbahn Deutschlands ist (vielleicht sogar der Welt?) – tatsächlich beabsichtigt war. Was ich stark vermute. Auch die Mehrzweckmäßigkeit der Wasserflächen ist doch geplant und eröffnet der Kreativität Tür und Tor (siehe Abbildung oben). bp                                                          Wird fortgesetzt.

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