Steine einer Ausstellung

Noch ein Bonn-Skandal! In einer Ausstellung über Kieselsteine im Mineralogischen Museum werden unter dem Deckmantel der Wissenschaft Falschmeldungen verbreitet. „Auf ihrer Reise im Wasser“, heißt es da , „reiben einzelne Steine aneinander und verändern so ihre Form“. Dabei weiß doch jedes Kind, dass die berühmten Rheinkiesel von abertausenden Heinzelmännchen in ihren Unterwasser-Werkstätten geschliffen werden. Wo kämen sonst diese wunderschönen Formen her? Der Beweis liegt doch auf der Hand.

Dass Kieselsteine „entstehen, wenn Gesteinsbruchstücke in Bächen, Flüssen oder der Meeresbrandung transportiert werden“, ist natürlich ebenso unwahr. Sie werden in den Heinzelsteinbrüchen abgebaut und um Mitternacht von den kleinen Gesellen dem heiligen Wasser übergeben. Dabei singen sie ihre ebenso monotonen wie geheimnisvollen Lieder. Nebenbei entstand übrigens das Titschen! Es muss also traurigerweise festgestellt werden, dass Schönheit und Magie, bekanntlich der eigentliche Sinn der Kieselsteine, hier systematisch verheimlicht werden. Stattdessen werden Fakten angehäuft (!) und die Wasserwanderer auch noch als „Kies oder Geröll“ denunziert. Pfui!

Seltene Funde: einige Kiesellagerplätze, die die Männchen hinterließen

Es kann also allen nur dringend empfohlen werden, die Ausstellung im ehrwürdigen Poppelsdorfer Schloss zu besuchen. Jeder sollte selbst sehen, wie hier unschuldige Steinindividuen unter dem Brennglas der Forschung schmachten. Heraus zur Ausstellung! Befreit die Kieselpoesie!

Mein Freund der Kieselstein. Botschafter aus Jahrmillionen

Mineralogisches Museum der Universität Bonn im Poppelsdorfer Schloss

Geöffnet bis 13. Oktober: Mi und Fr 15 – 18 Uhr, So 10 – 17 Uhr (an Feiertagen geschlossen), Eintritt 2,50 Euro

alle Funde und Fotos   bp

0 Kommentare zu “Steine einer Ausstellung”


  • Keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben