Im Gummibärensupermarkt

130928-hariboshopregale-347-anschnitt-webGestern war ich das erste mal im Haribo-Shop in Bad Godesberg. Ein Erlebnis. Dabei macht der Gummi- bärensupermarkt eher einen trashigen Eindruck, ähnlich wie die Marke. Einen gewissen Lokal- patriotismus angesichts des Welterfolgs dieser Firma, die ihre Herkunft im Namen trägt, will ich gar nicht verleugnen. Es ist eine globale Warenikone, die in den 20er-Jahren von einem rheinischen Bonbonkocher erfunden wurde.

Der Gummibär aus Bonn hieß bis 1960 „Tanzbärchen“. Was darauf hindeutet, dass er anfangs in den zahlreichen Tanzsälen, die es damals rund um Bonn gab, Karriere machte. Das süße Glibberzeug ist geradezu ein Stück Heimat und demgemäß ein ideales Mitbringsel für Freunde in der Fremde, bei denen man dann durch die Dechiffrierung von „Haribo“ (Hans Riegel Bonn) noch einen Überraschungseffekt erzielen kann. Mit knapp zweitausend Mitarbeiteran in 7 europäischen Ländern und der Türkei (insgesamt 15 Standorte) hat der natürliche Feind (oder Freund) aller Dentisten 2011 etwa 620 Millionen Euro Umsatz gemacht. Das ist immerhin fast doppelt so viel wie bei der ja auch nicht müden Marke Ritter-Sport.

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Die Rolle des multinationalen Familienunternehmens in der Lokalpolitik erscheint nicht selten fragwürdig. Da kann der „Fabrikverkauf“ auch ein bisschen als süße Versöhnung wirken.

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Ein überzeugendes Konzept bei der Aufmachung des Ladens ist mir allerdings nicht aufgefallen. Alles basiert stark auf dem Häufungsprinzip. Aber das scheint ja zu wirken, wie der Andrang beweist.

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Auf dem angrenzenden Grundstück wurde gerade ein altes Fabrikgebäude, ein rotes Ziegelrelikt aus der Kaiserzeit, geschleift.     bp

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