Suchergebnis für 'kurfürsten'

Vom Reiz des Abreißens

Als die Stadthalle noch bestaunt wurde

War der Abriss der Beethovenhalle noch mit vereinten Kräften verhindert worden, wurde das weniger prominente Godesberger Kurfürstenbad jüngst mittels einer unfairen Wahlposse der Abrissbirne und den Immobilienhaien geweiht. Nun soll es, man glaubt es kaum, gleich zwei weiteren bedeutsamen Gebäuden aus Bonns bundesrepublikanischer Glanzzeit an den Kragen gehen, der Oper von 1964 und der Godesberger Stadthalle von 1955. Lokalpolitiker haben, Haushaltslöcher hin oder her, Geschmack an Kahlschlag und Neubau gefunden. Nur die Grünen zögern noch. Man fühlt sich in die gnadenlosen Sechziger- und Siebzigerjahre zurückversetzt, als die Nordstadt (durch das „Stadthaus“) und der Bahnhofsvorplatz (durch die „Südüberbauung“) entstellt wurden. Die Südstadt ging damals nur ganz knapp dem Generalangriff der Kahlschlagfraktion. Alles vergessen. Nun schnuppern sie wieder Morgenluft. Schlechte Zeiten für Stadtbewusstsein » mehr zum Thema ‚Vom Reiz des Abreißens‘ lesen

Schwimmen geht leider nicht

Das war einmal. Wasser  im Schwimmbecken.

Erst mal die ganz gewöhnlichen bönnschen Kuriositäten. Einfach zu komisch. Wie das eben so abläuft, wenn sich Bürger an die Stadt wenden, in diesem Falle ihren hochverehrten Oberbürgermeister (CDU). Also, sechs Godesberger Schulen in Person ihrer Pflegschaftsvorssitzenden haben Herrn Sridharan einen Brief geschrieben und sich darin für den Erhalt des Kurfürstenbades eingesetzt, weil sonst kein Schwimmunterricht mehr stattfinden kann und Kinder nicht schwimmen lernen. So weit, so schlecht. Dann – OB Sridharan denkt nach – vergeht ein Vierteljahr, bis sie Antwort erhalten. » mehr zum Thema ‚Schwimmen geht leider nicht‘ lesen

100-jähriger Humus

Versuchsfeld zu Bauland: das Poppelsdorfer Universitätsviertel wird arrondiert

UNIVERSITÄT. Seit Anfang des Jahres fahre ich mit dem Fahrrad von Kessenich über Poppelsdorf nach Endenich ins Büro. Dabei komme ich an den landwirtschaftlichen Versuchsfeldern vorbei, die nun seit kurzem von Baggern umgepflügt werden. Hier entsteht das, was nun seitens Universität und Stadt als „Campus Poppelsdorf“ bezeichnet wird. Ist dies der erste Campus, bei dem Felder nicht angelegt werden, sondern verschwinden? » mehr zum Thema ‚100-jähriger Humus‘ lesen

Die falsche Altstadt

Das "Stadthaus" am Rande der Nordstadt

NORDSTADT. Als mich Ende der Achtzigerjahre mein Freund Eric aus London das erste mal besuchte, machten wir abends wie selbstverständlich einen Zug durch die Nordstadt, Bonns lebendigstes Viertel. Eric, Filmegisseur und in der Welt herumgekommen, war hell begeistert. Er war angetan von den geschlossenen alten Straßenzügen und natürlich auch von den vielen Szenelokalen, die er als sehr modern, aber auch als ziemlich deutsch empfand – also sehr gemütlich. Diese Sicht eines Fremden hat mich damals stutzig und ein bisschen stolz gemacht. Schließlich war die Nordstadt mein zweites Wohnzimmer. Das ist sie zwar längst nicht mehr. Aber ich mag das Viertel immer noch, in dem ich mein erstes Büro hatte: Ecke Heerstraße Maxstraße. Unten stand eine Telefonzelle, die permanent übervölkert war – und die es heute noch gibt! » mehr zum Thema ‚Die falsche Altstadt‘ lesen

Stadtbewußtsein

Positives Bonnbild: Auf der Mauer und im Kopf

GESCHICHTE. Als die Zeitschrift GEO vor einem Vierteljahrhundert ein „Bonn-Special“ herausbringen wollte (ja, so hieß das damals schon), wurde die Hauptstadtszene von allen Seiten beleuchtet. Nur für einen Artikel über die Stadt neben dem Regierungssitz, also Bonn selber, fand sich unter den hunderten von Journalisten, die hier akkreditiert waren, offenbar niemand. Über Bonn wollte (oder konnte) niemand etwas berichten, geschweige denn etws Positives. Diese klaffende Wissens- und Bewußtseinslücke war der Beginn meiner publizistischen Karriere. » mehr zum Thema ‚Stadtbewußtsein‘ lesen